BayernNetz Natur- und Biodiversitätsprojekt Palsweiser Moos und Fußbergmoos

Palsweiser-Moos-Projekt wird nach drei erfolgreichen Jahren verlängert und ins Fußbergmoos ausgeweitet.

06.03.2017

Wo Kreuzotter und Riedteufel sich "GUTE NACHT" sagen

Landkreis- und verbandsübergreifende Kooperation des BUND Naturschutz mit dem Landesbund für Vogelschutz zum Schutz eines der letzten zusammenhängenden Moorgebiete in der Münchner Schotterebene.

Noch sind sie im Winterschlaf. Die Kreuzotter überwintert in Erdhöhlen. Die Larven des Riedteufels haben sich in der Streu verkrochen. Aber auch wenn sie im Frühjahr auftauchen, braucht niemand Angst zu haben. Der Riedteufel ist eine der seltenen Schmetterlingsarten, die im Palsweiser Moos und noch zahlreicher im Fußbergmoos zu Hause sind. Die Kreuzotter ist so scheu und selten, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt.

Für die Pflegetrupps der Naturschutzverbände im Moos sind Herbst und Winter die arbeitsreichste Zeit. Nach der Mahd der Pfeifengraswiesen im Spätherbst wurden bis Ende Februar verbrachte Teile des Moores entbuscht, um den Lebensraum von Kreuzotter, Riedteufel und Co zu erhalten.

Schon seit Jahren mäht der BUND Naturschutz regelmäßig Flächen im Palsweiser Moos. Dort ist auch der Landschaftspflegeverband Landkreis Dachau aktiv. Im Fußbergmoos hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) auf 14,5 ha die Pflegeübernommen. Dank der erfolgreichen Pflegemaßnahmen sind Arten wie der Riedteufel, die Sibirische Schwertlilie und Prachtnelke mit stabilen Populationen anzutreffen. Der Baumpieper brütet wieder regelmäßig im Fußbergmoos.

Um die Lebensräume der seltenen Arten weiter zu vergrößern und zu sichern, haben die Gemeinde Bergkirchen und der BUND Naturschutz in Bayern e. V. mit den Kreisgruppen Dachau und Fürstenfeldbruck die Trägerschaft für das BayernNetzNatur- und Biodiversitätsprojekt Palsweiser Moos und Fußbergmoos übernommen. Das Projekt wird vom Bayerischen Naturschutzfonds mit Mitteln aus der Glücksspirale und dem Bezirk Oberbayern gefördert.

Vorangegangen war von 2013 bis 2016 das Projekt: „Das Palsweiser Moos – ein Naturjuwel in der Gemeinde Bergkirchen“. Dabei konnten mit Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds, den Bezirk Oberbayern, Regierung und Landkreis 9,2 ha von Gemeinde und BUND Naturschutz angekauft werden. Insgesamt sind dort nun 22 ha für den Naturschutz gesichert.

Deshalb wurde in enger Kooperation mit dem LBV, der seit 1990 mit großem Erfolg als Träger des BayernNetzNatur-Projektes "Fußbergmoos" tätig ist, das Projekt auch über die Landkreisgrenze hin ausgeweitet. Denn Palsweiser Moos und Fußbergmoos gehören zusammen, auch wenn sie in zwei verschiedenen Landkreisen liegen. Die beiden Reste, des „Maisacher Mooses“, das sich einst von Maisach bis Bergkirchen erstreckte, bilden zusammen einen der größten noch zusammen hängenden Niedermoorkomplexe in der Münchner Schotterebene. In Zukunft arbeiten hier deshalb nicht nur die beiden Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck, sondern auch zwei große Naturschutzverbände Hand in Hand. Fachliche Beratung erhalten Sie durch die Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter und von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Oberbayern.

Als Auftakt wurde mit Unterstützung durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Informationsveranstaltung für Landwirte durchgeführt, die Flächen im Projektgebiet bewirtschaften. „ Ohne die Mithilfe der Landwirte können wir auf Dauer nicht viel erreichen. Deshalb war es uns wichtig die Landwirte früh zu informieren. Durch agrarökologische Förderprogramme können Ertragseinbußen auf extensiv bewirtschafteten Flächen entschädigt werden“, erläutert Dr. Roderich Zauscher, Vorsitzender der BN Kreisgruppe Dachau.

Agraringenieur Andreas Fuchs vom Büro Landwerkstatt wurde wieder als Projektbetreuer beauftragt. Seine Aufgabe ist, die Arbeit zu koordinieren, gemeinsam mit den Trägern des Naturschutzes Schwerpunkte festzulegen und Eigentümer und Landwirte für eine freiwillige Kooperation zu gewinnen. Dabei soll vor allem versucht werden, durch Pflegevereinbarungen, Pacht und soweit möglich Ankauf zusätzliche Flächen für den Naturschutz zu gewinnen.

Zusammen mit den Beteiligten organisiert er auch die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören unter anderem Führungen ins Projektgebiet. Davor müssen aber Kreuzotter und Riedteufel aus dem Winterschlaf erwachen.

Für Rückfragen:

Kreisgruppe Dachau
1. Vorsitzender 
Dr. Roderich Zauscher
Dietenhausener Str. 10
85235 Odelzhausen
Tel.: 08134-1651 oder 0171-8030434

Projektmanangement

Landwerkstatt
Dipl.-Ing. agr. Andreas Fuchs
Eichenstraße 10
86316 Friedberg-Ottmaring
Tel.: 0821-4398582 oder 0170-3657028
Fax: 0821-4398583
landwerkstatt@t-online.de

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Pressemitteilung

Bild 1: Pfeifengraswiese, Lebensraum von Kreuzotter und Riedteufel im Winterschlaf (Foto A. Fuchs)